Moorwannen
Wie Alles begann

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Wie alles begann. Die Moorwannen. Sommer 2024.

von Marion Kramer

In den letzten 15 Jahren sind mir in verschiedenen Städten Urban Gardening-Projekte begegnet. In meinen ehemaligen Heimatorten Frankfurt und Berlin und auch in Kopenhagen, dem Wohnort meiner Tochter, kam ich mit solchen großartigen Projekten in Berührung.

Seither lässt mich das Thema nicht mehr los, und ich stellte mir immer wieder die Frage: Kann so etwas auch in einer kleinen Stadt wie Bad Nenndorf funktionieren? Können wir die hier lebenden Menschen für diese Idee begeistern?

Ein geeignetes Grundstück stand nicht zur Verfügung. Wie könnte also eine Alternative aussehen? Hochbeete? Ja, das könnte klappen. Ein Ausflug in die Geschichte von Bad Nenndorf brachte uns auf die zündende Idee.

Bad Nenndorf hatte bis in die 1980er Jahre eine lange Tradition als Moor-, Schwefel- und Sole-Heilbad. Moor-Kuren waren beliebt und weithin für ihre heilenden Wirkungen bekannt. „Gebadet“ wurde in Holzwannen. Diese waren gefüllt mit aufbereitetem, heimischem Moor, auf ca. 40 Grad Celsius erhitzt.

Die Idee war geboren. Genau so machten wir es: Wir ließen zehn Moorbadewannen nach historischem Vorbild nachbauen. Über das Stadtgebiet verteilt, werden sie von Mitgliedern des Fördervereins bepflanzt und gepflegt. Motto ist die Verbindung von „Tradition und Moderne“.

Neben einer speziellen Wanne, die mit heimischem Moor und moortypischen Pflanzen bestückt ist, wechselt die Bepflanzung im Kreis der Jahreszeiten dreimal pro Jahr. Jede „Wanne“ hat ein eigenes Thema.

Wichtig ist uns dabei, dass der Gedanke des Urban Gardeningim Mittelpunkt steht. Naschen und ernten ist erlaubt, lernen und neugieriges Verfolgen des Gedeihens erwünscht.

Nicht jede Familie in Bad Nenndorf hat einen Garten. Vielleicht werden Menschen durch unsere bepflanzten Moorwannen dazu angeregt, auch in Eigenregie auf kleinen Flächen Kräuter oder Obst anzubauen.

Zugleich wollen wir den Blick auf das Moor vor unserer Haustür lenken. Es hat eine große Bedeutung für den Schutz der Biodiversität und ist Lebensraum für viele seltene und vom Aussterben bedrohte Arten. Auch spielt das Moor eine wichtige Rolle im Klimaschutz, darauf wollen wir den Schwerpunkt legen.

Entsprechend benannten wir unser Projekt nach einigen Monaten um: Aus „Urban Gardening“ wurde „Pflanzen und Moor“.

Im November 2024 geschah ein Wunder: Uns wurde ein Grundstück angeboten. Die Geschichte geht also weiter. Doch davon ein anderes Mal mehr …

 

Es grüßt Sie ganz herzlich

Ihre Marion Kramer